1. Mai 2018 – Volksfeststimmung in Frankfurt (Oder)

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Liebe Genossinnen und Genossen,

Leider ist es den linken Kräften, bei uns in Frankfurt (Oder), wieder nicht gelungen, eine ordentliche 1. Mai Demonstration auf die Beine bzw. Straße zu bringen und ca. 8 Jahre ist es nun her, dass die letzte Maidemo stattgefunden hat. Dabei gibt es hier hunderte von Mitgliedern der Partei die Linke, sowie hunderte von Mitgliedern der Gewerkschaften in unsere Stadt. Aus meiner Tätigkeit im Ortsvorstand der EVG Ostbrandenburg und aus Gesprächen mit gewerkschaftlich organisierten und nicht organisierten Kollegen weiß ich, dass es sehr schwierig ist, selbst die eigenen Gewerkschaftskollegen auf die Straße zu bringen. Für sie ist der 1.Mai, nur ein weiterer zusätzlicher freier Tag, den man daher zu Hause oder anderswo verbringen kann. Was den jungen Kollegen bislang an proletarischen Bewusstsein und politischer Klarheit nicht vermittelt werden konnte, ist den älteren Kollegen durch den ständig einwirkenden Antikommunismus der herrschenden Klasse abhanden gekommen. In der Mehrheit erkennen sie nicht oder nicht mehr, warum es notwendig und wichtig ist, gemeinsam für die eigenen Interessen, auf der Straße zu demonstrieren. Bei den Mitgliedern der linken Parteien sollte das aber eigentlich anders sein. Wo sind sie nun also, frag ich. Ist denn bei den linken in Parteien und Gewerkschaft, wirklich kein glühender funke mehr vorhanden, um zu einer Maidemo zu mobilisieren? Auch spürt man in der Arbeit der linken, keinen oder nur wenig proletarischen Elan in Frankfurt. Es ist wohl wirklich so, dass man in dieser neuen, alten Bundesrepublik, bereits schon längst angekommen ist. Nun zum eigentlichen Fest, dem Brückenfest selbst. Da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Die Partei die Linke, organisierte das Brückenfest nun schon zum 26. mal und man gab bekannt, dass 20 000 Besucher zum Brückenfest kamen. Es muss gesagt werden, dass der 1.Mai immer mehr zu einem reinen Volksfest geworden ist. Gerade so, wie es der herrschenden Klasse, seit Einführung des 1.Mai als gesetzlichen Feiertag vorgeschwebt hat. Abgesehen von dem verteilen von Mainelken, fand sich der politische Aspekt des Tages, kaum bis wenig wieder. Gleich den ganz großen Schritt vollzog hier die SPD, sie fehlte gleich gänzlich vor Ort und meinte damit wohl, als erster mit dem Zeitgeist gehen zu müssen. Die Genossen der DKP fanden sich zum Nachmittag ein, weil sie bereits auch an anderen Orten, wie Beeskow Präsenz zeigten. Selbstkritisch muss angemerkt werden, dass wir aber unser eigenes potenzial auch nicht ausgeschöpft haben und dort, wo wir keinen eigenen Infostand haben, wir z.b. wenigstens unsere Zeitung unter die Leute hätten bringen sollen. Daher müssen wir uns noch besser untereinander absprechen, besonders, wenn Genossen wegen Krankheit ausfallen. Auch sollten wir, die noch in Arbeit stehenden Genossen, solche wichtigen Tage wie den 1.Mai, in der eigenen Urlaubsplanung besonders berücksichtigen. So können wir unsere Teilnahme an so wichtigen Veranstaltungen in der Stadt und in der Region besser gewährleisten und vor Ort Flagge zeigen. Als noch neues Mitglied des EVG Ortsvorstandes war ich zum zweiten Mal freiwillig als Standbetreuer meiner Gewerkschaft vor Ort eingesetzt. In diesem Jahr versuchten wir, von der Strategie des reinen Verteilens von Werbematerial weg zu kommen, was uns aber nur in geringen Maße gelang. Nur wenige Besucher waren bereit, sich auf Gespräche mit uns einzulassen, viele waren nur an Kugelschreiber, Feuerzeuge u. a. Werbeartikel interessiert. Dennoch fanden sich einige, die sich die aktuellen Forderungen unserer Frankfurter Kundenbetreuer und Lokführer nach besseren Arbeitsbedingungen bei der DB Regio Nordost, mit Interesse angesehen haben. Hier kamen dann auch tatsächlich die gewünschten Gespräche zwischen Besuchern und Kollegen anderer Gewerkschaften des DGB zustande. Auch war die Tatsache erfreulich, dass in diesem Jahr deutlich mehr eigene Kollegen zu uns fanden, als im vergangenen Jahr. Bei einem Rundgang über das Festgelände, stellte ich dann doch noch fest, dass es hier einige interessante stände gab. Vom Rotfuchs bis hin zur Frankfurter Friedensinitiative waren einige kleine Organisationen, Vereinigungen und Heimatverbände präsent. Doch liefen mehr Besucher an solchen ständen vorbei, als stehenblieben. Beim Rotfuchs z. B. wo einer unserer Genossen als Standbetreuer eingesetzt war, wurden alle dort ausgelegten Zeitungen an den Mann gebracht und auch die Junge Welt wurde gut und reichlich verteilt. Das Programm der großen Bühnen konnte ich durch meine eigene Standbetreuung leider nicht verfolgen. Gelesen habe ich aber, dass es auf der Bühne der Partei die Linke, verschiedene Gesprächsrunden mit Regionalpolitikern wie zb. Rene Wilke und Sandra Seifert gegeben hat.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: "Parteiauftrag: wir bereiten uns gründlicher auf den 1. Mai 2019 vor!"

Mit roten Grüßen aus Frankfurt (Oder), Jens

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